Wie spreche ich es an?

Rückblick Mai 2020 – ca 1 1/2 Monate nach der Diagnose.

Natürlich fallen dem näheren Umfeld Veränderungen auf.

„Rauchst du nicht mehr?“ Wieso hast du deine Ernährung umgestellt? Warum Bio Rotwein? Warum ist dein Einkaufswagen abnormal voll mit „Grün-Zeugs (Brokkoli, Kohl, Wirsing, usw.)“?

Und man wird auf diese Veränderungen angesprochen.
Zu Beginn tänzelt man noch eine Zeitlang hin und her –

„Wie geht’s?“
„Danke, gut.“
„Rauchst du nicht mehr?“
„Nein.“
„Warum nicht?“
„So halt?“
„Na aber jetzt echt, warum nicht mehr?“
„Aus gesundheitlichen Gründen.“
„Aha, erzähl.“
„Ach, nicht so wichtig“
“ Jetzt sag schon!“
„Brustkrebs.“

KAWUUUMM! Knock out.
Es ist wie beim legendären Boxkampf „Rumble in the Jungel“ – Muhammad Ali gegen George Foreman.
Ich sehe wie mein Gegenüber zu Boden geht – und es ist mir unglaublich unangenehm, ich hab ihm den Tag vergeigt. Oder den Abend. Oder das einkaufen oder mit was auch immer er gerade beschäftigt war.

Fassunglosigkeit blickt mir entgegen und ich hab keine Ahnung, wie ich die Situation retten kann. Gar nicht. Beklommen ziehen wir unseres Weges.

Um jemanden so etwas mitzuteilen gibt es wahrscheinlich keinen geeigneten Zeitpunkt, aber ich notiere innerlich trotzdem die TOP 3 der „jetzt ist es aber wirklich gar nicht angebracht“-Momente:

– Im Supermarkt
– Samstagabend beim Party machen
– Auf dem Kinderspielplatz