„Möglicherweise, eventuell, vielleicht“

Mein Arzt erklärt mir in einem ausführlichen Gespräch was die Tumorwerte bedeuten.

Postiv ist-> man hat den Tumor früh entdeckt und er konnte zur Gänze entfernt werden.
Negativ-> er war sehr aggressiv und schnell wachsend.

Möglicherweise hat er deshalb schon gestreut, vielleicht sind in meinem Körper deshalb Mikrometastasen. Eventuell greift die Chemo, eventuell auch nicht. Das selbe gilt für die Bestrahlung.
Aufgrund der Ausgangslage und meinem Alter werden als Therapie unter anderem Strahlentherapie und 2 x 4 Chemotherapie-Zyklen im Abstand von 3 Wochen angedacht.

Ziemlich viele „möglicherweise“, „eventuells“ und „vielleichts“.
Ich frage ihn nach Alternativen. Er sagt mir, dass das die übliche schulmedizinische Vorgehensweise ist, ich mir aber auf jeden Fall noch Zweit- bzw Drittmeinungen einholen soll und das rechne ich ihm sehr hoch an.

Auf dem Nachhauseweg geht’s los. Wir telefonieren, fragen uns durch, erkundigen uns – scheuchen unser Umfeld auf – vielen „kennen wen“, haben Tipps und organisieren Treffen. Ich nehme alles an, will nichts auslassen – vielleicht ist ja etwas dabei, das mir nützlich ist.

Von Geistheilern, Engelsrufern, Channeling-ern, oder wie auch immer die Leute heißen, die Wesen in anderen Galaxien anrufen, bis hin zu Energetikern, die im Kreise der davor angesprochenen schon fast banal und konservativ wirken.
Schulmediziner bzw. Alternativmediziner stehen natürlich ebenfalls auf der Liste.

In den nächsten zwei Wochen habe ich täglich durchschnittlich zwei Termine vereinbart. Manche machen Hoffnung, manche hinterlassen Angst, manche sind seltsam und andere wieder sind Balsam für die Seele. Ich habe meistens das Glück, dass Vormittags die zermürbenden Gespräche stattfinden und mich die Termine Nachmittags wieder aufrichten. Besser als umgekehrt. Alles in Allem aber eine ziemlich aufreibende Achterbahnfahrt.

Und weil auch immer öfter Ernährung ein Thema ist, bin ich sehr dankbar, als ein enger Freund und noch dazu Arzt mir einen Crash-Kurs in pflanzenbasierter Vollwertkost gibt. Er gibt mir Tipps für Bücher und Filme, schickt Rezepte durch und erklärt mir die wichtigsten „Do’s and Don’ts“. (DANKE, Hannes by the way. Für Interessierte -> in3wochen.at).

Und jetzt passiert etwas Ungewöhnliches-> ich als Junk-Food, Kochmuffel, „Wenn-dann-muss-es-schnell-gehen“ entdecke und erwecke meine Leidenschaft für gesunde Ernährung. Und ich finde es großartig.