„Iris 2.0“ – Diagnosetag Teil 2

9. April 2020D-Day 2/2

(Vor ein paar Minuten habe ich erfahren, dass der Knoten in der Brust bösartig ist.)

Ich sitze auf der Terasse und rauche…. und rauche… und rauche… aber diesesmal beruhigt es mich nicht. Es ist mir zu diesem Zeitpunkt nicht annähernd bewusst, wie weitreichend diese Diagnose ist.

Ich kann keinen klaren Gedanken fassen, aber dann überwinde ich mich und informiere meine Eltern…

„…nein, eh nicht so schlimm, ja schon bösartig, aber einfach rausschneiden und zappzerapp alles wieder beim Alten… nicht der Rede wert… wird schon…“.

Ich lasse sorgenvolle Gesichter zurück.

Wieder zu Hause angekommen passiert etwas…
– nicht nur etwas… etwas unfassbares …

Ich sehe es als Chance.

Eine Last fällt von mir ab. Endlich mein Leben ändern. Gesünder werden. Bewusster leben. Genießen.
Inne halten.

Mein bisheriges Leben wird mir bewusst.
Die letzten Jahre waren schön, aber auch fordernd. Man verliert sich schnell im Strudel der „To Do’s“.
Rückblickend gesehen war ich permanent gestresst, immer gehetzt, hab geraucht wie ein Schlot, trank statt Wasser Unmengen Kaffee, empfand Essen nur als Mittel zum Zweck um Magenknurren zu vermeiden, keine Bewegung, geschweige denn Sport…
…und vorallem kaum Zeit für mich.

Und dann überkommt mich ein unglaubliches und überwältigendes Gefühl…

„Alles wird gut, nein, alles wird besser.
Heute ist der erste Tag vom Rest meines Leben. Iris 2.0“

Ich hab nicht die leiseste Ahnung, wo die Reise hingehen und was jetzt alles auf mich zukommen wird, aber ich möchte – so gut wie es mir möglich ist – mit Mut und positiver Einstellung auf diese Reise gehen.