Abschiedsbrief an eine meiner großen Lieben.
Wir kennen uns ewig.
Ich war 15 und du warst so cool.
Es war zwar nicht „Liebe auf den ersten Blick“, aber ich hab nicht aufgegeben und irgendwann warst du aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken.
Wir haben miteinander von Herzen gelacht, bitterlich geweint oder einfach nur die Seele baumeln lassen. Du warst immer an meiner Seite – hast mich beruhigt, wenn ich nervös und mir Pausen verschafft, wenn ich erschöpft war – du warst immer bei mir.
Wie ein wahrer Freund.
Aber das warst du nicht.
Ich dachte du liebst mich.
Aber das hast du nicht.
Du hast mich getäuscht. Du hast mich belogen und betrogen.
Alles nur „Schall und Rauch“.
Ich dachte du schenkst mir Ruhe, aber in Wahrheit hast du mich gestresst. Immer musste ich dir Platz und Raum schaffen. Die ständige Suche nach Entspannung hat mich noch mehr an dich gefesselt.
Du hast mich blockiert, mir die Luft zum Atmen genommen.
Und trotzdem hab ich an dir festgehalten. So groß war meine Liebe.
Aber Liebe macht bekanntlich blind.
Du warst kein TREUER Freund, du warst ein TEURER Freund.
Du hast mich nie wirklich geliebt.
Du brauchtest einfach jemanden, der dir Aufmerksamkeit und Zeit schenkt.
Du hast mich manipuliert. Mir vorgespielt, dass ohne dich alles nur halb so schön ist.
Ein gemütlicher Kaffee, ein Drink mit Freunden, ein Konzertbesuch, die einfachsten Sachen der Welt – ohne dich alles unvorstellbar. Du hast mich von dir abhängig gemacht.
Du hast mich von meinem Umfeld isoliert, mich weggelockt. Während alle andere im Trockenen und Warmen saßen, musste ich mit dir im Regen stehen – bei Eis und bei Schnee – ich habe gefroren und gezittert, aber es war dir egal. Nichts war dir zu mühsam, du hast mich nie geschont. Und trotzdem – bin ich immer zu dir gestanden, habe dich verteidigt.
Zweimal hab ich geschafft mich von dir zu lösen. Doch du wolltest eine Aussprache und ich dachte „das eine mal wird schon nicht schaden“. Und schon hast du mich wieder in der Tasche gehabt.
Ich hab dich endlich durchschaut. Du wirst dich nie ändern. Aber ich.
Man soll im Nachhinein nicht schlecht über andere sprechen also belasse ich es bei – „es war eine interessante Zeit, wir haben viel gemeinsam erlebt“.
Wo ich hingehe nehme ich dich nicht mit.
DU BIST KEINE OPTION MEHR.
Also, mach’s gut, Zigarette, tschüss, baba und foi ned.
Iris 2.0